Am Donnerstag startete der Tag in Leonies Tuva Klasse wie üblich mit den Nachrichten. Danach beschäftigten sich die Schüler mit dem Computer, die meisten sollten mit dem PAINT Programm arbeiten. In diesem Programm kann man Dinge Zeichnen, die den Schülern hinterher ausgedruckt wurden.
In einer kurzen Pause zwischendrin wurde mir von zwei Schülern ein Kartenspiel namens Arabia beigebracht. In der Mittagspause gingen wir mit den Schülern und Lehrern gemeinsam im Olympic essen, denn es gab finnische Küche.
Nach der Mittagspause wurde die Lokalzeitung von Vaasa verteilt, und die Schüler mussten sich anhand einiger Fragen durch die Artikel arbeiten. Danach sollte ich den Schülern etwas über mich, meinen Beruf und meine Heimat erzählen. Hanna, die Lehrerin, hatte mich am Vortag darum gebeten eine kleine Präsentation vorzubereiten. Nachdem die Fragen der Schüler geklärt wurden, machte Hanna noch zwei Kahoots über „Saksa“ (das heißt Deutschland) an, bei denen wir alle viel lachten. Danach wurden noch einige Infos besprochen, und gegen 13.45 war dann Schluss.
Pascal startete wie folgt: Heute stand für mich und meine Klasse ein Ausflug in den Wald an. Hier für erhielt ich netterweise Wanderschuhe.
Danach wurde mir Sally vorgestellt. Sally hat Autismus sowie ADHS und war die ersten Tage leider nicht da. Da ihr Vater aus Amerika kommt kann sie perfekt Englisch und war deshalb meine Dolmetscherin. Mit ihr konnte ich mich prächtig unterhalten und sie gab mir viele Tipps, was wir in den kommenden Tagen in Vaasa noch alles sehen müssen. Im Wald angekommen erzählte sie mir, dass Finnen gerne in den Wald gehen, da dieser das zentrale Nervensystem beruhigt und für Gesundheit steht.
Eine Dame vor Ort hieß uns willkommen und fragte die Schüler erstmal nach ihrem aktuellen Wohlbefinden, ob sie sich der Gruppe zugehörig fühlen, ob sie aktuell irgendwelche Beschwerden haben und ob sie sich freuen hier zu sein. Nachdem diese Fragen beantwortet wurden, machten wir uns auf in den Wald. Sally zeigte mir hier zum Beispiel Bartflechte, die wohl ein Zeichen dafür sind, wenn der Wald gesund ist. Im Allgemeinen muss ich sagen, dass die Luft hier viel besser ist als die die ich in Deutschland gewohnt bin.
Der Wald wirkte auch nochmal viel grüner und lebendiger.
Unser Weg führte uns zum Pivilampi. Der See ist etwa 2,7km lang und umfasst knapp 800 Hektar. Dieser See war lange Zeit die Hauptversorgung für das Trinkwasser in Vaasa und auch heute noch kann man ohne Probleme daraus trinken. Um den See herum gibt es viele Wanderwege, welche im Winter per Ski auch begehbar sind. Ebenfalls gibt es viele Grillstellen drumherum wo Grillholz bereits bereitliegt welches man sich einfach wegnehmen kann. Sally und ich haben Geocacher gespielt, während die anderen Marshmallows gegrillt haben. Wir haben erfolgreich die versteckte Ampulle gefunden und dabei auch noch schöne Pilze entdeckt und Steine, welche scheinbar Vaasa-Granit waren. Diese kommen von Eiszeitlichen Gletschern. Nach dem Ausflug gingen wir noch in ein Restaurant und haben finnische Küche ausprobiert. Erbsensuppe, danach Kartoffelbrei mit frittiertem Chicken und Makkarakastike (finnische Wurstsoße). Als Dessert gab es noch Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade. Dies war dann auch schon unser Schultag, denn im Anschluss waren alle so platt, dass wir nur noch Uno gespielt haben :D


